SGV-Abteilung Ferndorf-Kreuztal

Kultur

Unser Heimatmuseum!

Unser Heimatmuseum!

Als Mitte der sechziger Jahre in Ferndorf die Vorbereitungen für die 1967 fällige 900-Jahr-Feier des Dorfes begannen, als man sich im Gemeinderat und allen Vereinen Gedanken darüber machte, wie das Ereignis gebührend zu begehen und zu einem Erlebnis für das gesamte Siegerland zu machen sei, da fanden sich in der SGV – Abteilung Ferndorf – Kreuztal Männer und Frauen zusammen mit dem Ziel, eine Heimatstube zu schaffen, die geeignet schien, nachfolgenden Generationen ein anschauliches Bild von der Kultur ihrer Vorfahren zu vermitteln. Eine fünfköpfige Arbeitsgemeinschaft innerhalb des SGV - unterstützt von den anderen Mitgliedern der Abteilung und von der gesamten Bevölkerung - trug mit viel Fleiß und Eifer all die Gegenstände zusammen, die zu einem lebendigen und interessanten Heimatmuseum gehören: Bilder, Bücher und Dokumente aus früheren Jahr-hunderten, Arbeitsgeräte der Bauern, Berg- und Hüttenleute, Möbel wie sie einst in Bürger- und Bauernhäuser standen, von Generation zu Generation vererbt wurden und als Familienbesitz in Ehren gehalten wurden (bis eine "moderne Zeit" mit dem "Entrümpeln " begann und unwiederbringliche Werte als Sperrmüll auf die Müllhalden wanderten), allerlei Kleidungsstücke, Haus- und Küchengerät, kostbare Hand- und Webarbeiten, Proben des einst im Siegerland hoch in Blüte stehenden Eisenkunstgusses, Stufen aus der Tiefe der Berge, Funde aus grauer Vorzeit und vieles andere mehr. Als die Arbeitsgemeinschaft daranging, alle die Dinge zu sammeln, die zum Kulturbild des seit je halb bäuerlichen, halb handwerklichen – industriellen Siegerlandes gehören, wußte noch niemand, ob das Vorhaben gelingen würde. Und es wußte noch niemand, wieviel Arbeit nötig war um die Pläne zu verwirklichen. In alten Häusern des Dorfes und in der Umgebung stöberte man nach Gegenständen, die als Mosaiksteinchen zum Gesamtbild der Kultur früherer Jahrhunderte gehören, und die es wert sind, der Nachwelt zu erhalten. Alte Familien trennten sich von wertvollen Erbstücken, um zur Heimatstube beizusteuern. Besonders seltene Stücke konnten nur käuflich erworben werden. Schließlich tauschte man mit Sammlern mancherlei Raritäten aus, um Dinge zu bekommen, die noch fehlten.

 

Das Sammeln war mühsam und kostete viele Wege, war aber nicht so zeitraubend wie das Präparieren all der Gerätschaften und das übersichtliche Ordnen und Aufbauen zu einer Heimatstube. Das war nur möglich, weil die Arbeitsgemeinschaft jahrelang jede freie Stunde, jeden freien Abend darangab, Schränke und Truhen wieder ansehnlich, kunstvolle Schlösser wieder gängig, verrostete und verdreckte Handwerkszeuge wieder blank zu machen und alle Ausstellungstücke so zu präparieren, daß sie kommenden Geschlechtern erhalten bleiben.

 

Da wurden geschmiedete Nägel aller Größen entrostet, gewachst und auf einem Eichenschild zu einem Ornament gefügt. Da wurden Schlüssel geordnet, Gezähe der Bergleute aus einem toten Stollen geborgen und für die Ausstellung aufgearbeitet. Ein alter Webstuhl mußte wieder in Funktion gebracht, ein Bauernschrank aus der Barockzeit von einem Dutzend Farbschichten gesäubert werden. Eine Kaminecke mit Kupferkesseln über dem offenen Feuer entstand, nebenan die Pumpe mit dem aus Stein gehauenen Trog, Lampen vom primitiven mittelalterlichen Öllicht bis zum kunstvollen Leuchter des 19. Jahrhunderts, irdene Töpfe aus dem Hessischen und Steingut vom Westerwald, Waffeleisen und Bügeleisen aller Formen und Größen, Backgeräte, Äxte, Gabeln, Sensen und Sicheln G kurz, hunderte von Gegenständen wurden so aufgearbeitet, daß sie zu Schmuckstücken einer eindrucksvollen Ausstellung wurden, die jederzeit sehenswert ist.
Die Öffnungszeiten des Heimatmuseums entnehmen Sie bitte aus dem Veranstaltungskalender. (siehe Wander-und Veranstaltungsplan)

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